Seien Sie herzlich willkommen auf unserer Homepage bzw. in unserer Loschwitzer Kirchgemeinde.
Mein Name ist Gabriel Beyer und bin seit 2025 Pfarrer in dieser Gemeinde, wobei ich schon einige Monate zuvor hier vertretungsweise gearbeitet habe. Gleichzeitig bin ich auch Pfarrer in der Gemeinde am Weißen Hirsch innerhalb unserer fünf Schwestergemeinden „Maria & Martha“ am Dresdner Elbhang.

Foto: David Nuglisch

Die Loschwitzer Gemeinde ist geprägt von der Generation, die den Wiederaufbau der George-Bähr-Kirche in den 90iger Jahren vollbracht hat. Eine hohe Identifikation mit der Gemeinde, ein starker Wille und eine außerordentliche Einsatzbereitschaft trugen und tragen dazu bei, dass nicht nur die Kirche schön und gepflegt ist, sondern dass ein Gemeindeleben stattfindet, das Freude und Gemeinschaft im Glauben erlebbar werden lässt.
Natürlich sind neben den hier lange Ansässigen viele neue Menschen dazugekommen, weil gute Traditionen in Loschwitz gelebt werden, ohne verkrampft zu sein.
Gottesdienste, Andachten und Konzerte empfinde ich hier immer als etwas Besonderes, die mit großer Sorgfalt und Hingabe zelebriert werden. Dabei ist mir wichtig, dass Ernsthaftigkeit nicht alles ist, dass Lockerheit und Freundlichkeit sich dazugesellen. Das geschieht nicht nur zu den Gemeindefesten, sondern nach fast jedem Gottesdienst beim Kirchencafé, manchmal aber auch mitten in der Andacht der gottesdienstlichen Feiern.
Die lutherische Kirche ist grundsätzlich auf das Wort fokussiert, das Wort Gottes, das im Wort der Predigt aktualisiert wird. Daneben stehen bei uns aber eine sehr starke Kirchenmusik und auch ein Sinn für Ästhetik, der sich im Kirchenraum über die Blumen bis zum gepflegten Friedhof erkennen lässt. Das Wichtigste aber, und da verbietet sich natürlich jede äußerliche Beschreibung, sind die Menschen, die in unserer Gemeinde Heimat und Herausforderung, Freude und Trost, Zuspruch und Anspruch suchen.
Dass sie davon auch etwas finden, dafür arbeite ich hier, mit einem team hauptamtlicher und ehrenamtlicher Frauen und Männer. Lassen Sie sich einladen und bereichern Sie uns durch Ihre Person.
Pfr. Gabriel Beyer


EIN PAAR WORTE ZU MIR
von Ihrem neuen Pfarrer


Es war einmal ein Pirat. Der versteckte sich im Gebüsch an den Uferböschungen der
Elbe in Dresden-Pieschen. Er war, sagte er sich, ein guter Pirat, denn er raubte keine
tschechischen und keine DDR-Frachter aus, sondern nur diejenigen aus imperialistischen
Staaten, die dort aber nie vorbeikamen. Dieser Pirat wurde groß und erwachsen
– und heute erinnere ich mich an ihn, an mein Kinder-Selbstbild. Denn wo soll
ich beginnen, wenn ich mich vorstellen soll?


Meine Kindheit in Dresden endete abrupt mit meiner Waffendienstverweigerung in der DDR. 1989 begann ich in Leipzig Theologie zu studieren, dann setzte ich mein Studium in Jerusalem und Berlin fort.
Ich wurde später Pfarrer in Burkhardswalde und Weesenstein im Müglitztal. Die enge Verwobenheit in die Gemeinde, in die dörflichen Schicksale und Familiengeschichten, ins Kirchenjahr und die Rhythmen der Natur habe ich als großes Geschenk empfunden.
Ich bin verheiratet mit Friederike Lehnert, die Barockgeigerin ist, und wir haben drei erwachsene Kinder.
Im Jahr 2008 wurde ich nach Wittenberg berufen, wo ich bis 2012 an der dortigen Evangelischen Akademie
Studienleiter für Kultur und Theologie war. Die Arbeit an der Akademie war für mich eine Schule des Gesprächs
mit Andersdenkenden und denen, die nach Gott fragen, aber aus unterschiedlichen Gründen in der Kirche und ihren Denkformen keine Heimat finden. Seit 2012 leitete ich dann das Liturgiewissenschaftliche Institut an der Universität in Leipzig, unterrichtete und erarbeitete Vorlagen und Handreichungen für die Gestaltung von Gottesdiensten. An dieses Institut führte mich weniger die Wissenschaft als meine literarischen und sprachkreativen Erfahrungen. Ich habe mehrere Gedichtbände im Suhrkamp Verlag publiziert, dazu Prosabände und Theaterstücke.
Für meine Texte wurden mir mehrere Literaturpreise zuerkannt – zuletzt der Hölderlin-Preis im vergangenen Jahr. Die Dopplung zwischen poetischer Spracharbeit und Theologie, dazu die Offenheit für die Suchenden unserer Tage und das Interesse am seelsorgerlichen Gespräch, dem Hören und Einfühlen, prägten immer mein Pfarrerverständnis.
Nun freue ich mich sehr auf Sie alle und auf die Loschwitzer Gemeinde. Ich will mich hier im Rahmen meiner halben Stelle einbringen – darin nun ganz als Mensch und Pfarrer. Ich bin gespannt auf unsere Begegnungen und Gespräche, auf unser gemeinsames Feiern und Beten und unseren Weg ins Offene der Zeit und des Geheimnisses Gottes.
Pfr. Christian Lehnert