Wort von Christoph Beyer, Vorsitzender des Kirchenvorstandes

Liebe Gemeindeglieder,

wir nehmen die Diskussionen und einen großen Informationsbedarf zu der Frage wahr, wie es mit der Arbeit von Pfarrer Deckert in unserer Gemeinde weiter geht. Dazu möchten wir informieren.

Nach 10 Jahren Dienstzeit unseres Pfarrers Markus Deckert blicken wir sehr dankbar auf viel Gelungenes aber auch Entzweiendes zurück, so dass nicht nur Jubelworte zu schreiben wären.

Die sächsische Landeskirche sieht nach 10 Jahren Dienstzeit eines Pfarrers in einer Kirchgemeinde eine Einschätzung der Zusammenarbeit vor. Bei einem Besuch unseres Superintendenten Albrecht Nollau im Frühjahr dieses Jahres wurde uns die Frage gestellt, ob wir uns eine weitere Zusammenarbeit mit unserem Pfarrer Markus Deckert langfristig vorstellen können. Diese Frage haben wir mit „Nein“ beantwortet. Dazu hat der Kirchenvorstand mit deutlicher Mehrheit beschlossen, mit Pfarrer Markus Deckert eine verbindliche Verabredung zu treffen, dass sein Dienst in unserer Kirchgemeinde zum Schuljahresende 2023 beendet sein soll. Da eine solche Vereinbarung bis zum Redaktionsschluss leider noch nicht abgeschlossen werden konnte, kann eine endgültige Information erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Wir haben uns langfristig auf diese Frage vorbereitet und sind nach vielen Gesprächen mit Gemeindegliedern und Mitarbeitenden und natürlich der Umfrage am Ende des letzten Jahres zu dem Beschluss gekommen. Damit folgt der Beschluss einem Meinungsbild, das wir von der Gemeinde bekommen haben. Wir sind uns der großen Zerrissenheit der Gemeinde in dieser Frage und den persönlichen Folgen für Pfr. Deckert bewusst. Wir mussten lernen, dass es zu verschiedenen Themen der Gemeindearbeit fast unverständlich unterschiedliche Einschätzungen, gibt über die kaum mehr Verständigung gelungen ist. Bitte haben Sie Vertrauen, dass der gesamte Entscheidungsprozess mit großer Ernsthaftigkeit und einem möglichst umfassenden Blick betrieben wurde. Jeder Einzelne ist bis an die Grenzen der persönlichen Belastbarkeit und auch seiner inneren Zerrissenheit gegangen. Diese Uneinigkeit der Gemeinde spiegelt sich natürlich auch im Kirchenvorstand wieder. Wir haben heftig diskutiert und uns mitunter bitter gestritten. Persönliche Verhältnisse untereinander sind belastet, vielleicht sogar gerissen. Äußeres Kennzeichen ist, dass im Zuge der aktuellen Beschlüsse Heike Rutke und Cornelia Rabeneck als Mitglieder des Kirchenvorstandes zurückgetreten sind. Wir danken sehr für ihre engagierte Arbeit im Kirchenvorstand. Diese Rücktritte bedauern wir sehr, sind erschüttert und beklagen ein weiteres Scheitern von Kommunikation. Erfreulicherweise bleiben uns beide Damen für Aufgaben in der Kirchgemeinde außerhalb des Kirchenvorstandes erhalten, vielen Dank dafür.

Wir wissen, dass wir in den nächsten 1 bis 2 (oder 3) Jahren noch einen schweren Weg vor uns haben. Wir werden an Weggabelungen kommen und uns entscheiden müssen, welchen Weg wir gehen. Das gilt für den Kirchenvorstand, aber auch für die Gemeinde und damit jedes Gemeindemitglied. Jeder muss sich fragen: lasse ich mich von der Gemeinde spalten? Bleiben wir beisammen? Ist das, was uns eint, größer, als die Frage der Pfarrperson? Nicht alle werden hier die gleiche Entscheidung treffen. Wir wissen und bedauern das. Wir werden hart daran arbeiten, die Chancen, die dieser Prozess bietet, zu erkennen und zu nutzen.

Wir wünschen uns sehnlich, dass Verständigung und Kommunikation wieder gelingen und werden hart daran arbeiten. Wir bitten um Beistand und um Ihre Rückmeldungen. Jedes einzelne Mitglied des Kirchenvorstandes steht zum Gespräch zur Verfügung. Natürlich ist der Kirchenvorstand hier in großer Verantwortung und wir sind uns dieser auch bewusst. Aber es kommt vor allem auf die Gemeinde an, jedes Mitglied und was er/sie aus der aktuellen Situation macht. Ich möchte Sie einladen, diesen Weg, der vor uns liegt gemeinsam zu gehen. Es wird nämlich eine große, aber lohnende Kraftanstrengung sein, einen Neustart, personell und in der Entwicklung der Gemeinde zu gestalten. Dabei ist es eine große Chance, Bewährtes zu halten und zu beleben und Neues auszuprobieren.

Christoph Beyer


Wort von Pfarrer Markus Deckert

EINTRACHT hat große Macht. Der Apostel Paulus beschwört die Einheit der frühchristlichen Gemeinden, die er allzuoft im Streit und in Unfrieden sieht. Er argumentiert: In Christus sind wir doch eins! – Wo sie aber nicht erlebbar wird, die EINTRACHT .. ? Wo sie sich nach den Verwerfungen der Pandemie auch unter uns schwer finden lässt? Wo der Ton rauher wird oder man sich aus dem Weg geht ..? – Schon angesichts der Ernüchterung im Streit um die Eigenständigkeit der Kirchgemeinde begann da vor Jahren unter selbstbewussten Loschwitzern etwas zu bröckeln. EINTRACHT – sie scheint in den mit Händen zu greifenden Polarisierungen und Krisenerfahrungen unserer Zeit ein fernes Ideal zu bleiben.

Ich habe inzwischen Worte im Ohr und Vorgänge vor Augen, die mir die Phantasie nehmen, EINTRACHT wäre absehbar auch wieder im Vorstand unserer Gemeinde zu erleben.

Liebe Gemeinde, ich nehme zur Kenntnis, daß sich einige Vorstände eine Beendigung der gemeinsamen Zeit mit mir, ihrem Pfarrer, wünschen. Und vieles daransetzen, diese zu veranlassen. Nach zehn Jahren meines Dienstes hier hat der Vorstand das Sagen – und nicht etwa all die, die mir zu weiteren Loschwitzer Jahren raten.
So sieht es wohl ganz danach aus, als werde ich mich neu orientieren. Immer wieder habe ich betont: Ich möchte mit Freude und in Freiheit wirken. Dazu stehe ich. Und lade ein, die uns bleibende Zeit zu nutzen – gern bin ich für Taufen und Segnungen, aber auch für die schwereren Gespräche mit Ihnen da!

Diejenigen, die entgegen vieler Voten diesen Abschied forcieren, geraten in die Pflicht, der Gemeinde und womöglich einer zukünftigen Pfarrperson gute, lebbare Perspektiven aufzuzeigen. Ob das bei fehlender EINTRACHT gelingen wird?

Betroffen nehme ich zur Kenntnis, daß über diesen Entwicklungen inzwischen drei Kirchvorsteherinnen ihren Rücktritt erklärt haben: Clara Gärtner bereits im April. Und nun zu Ende Juli Heike Rutke und Cornelia Rabeneck. Ich bedaure dies sehr – für die hochmotivierten und spürbar engagierten Damen, die da antraten. Aber auch für alle die, die sie gewählt haben. Und danke ihnen allen Dreien für ihren Einsatz unter wahrlich nicht leichten Konstellationen.
Ich hoffe, in der kommenden Zeit selbst ungehindert und einigermaßen unbelastet meine Arbeit tun zu können. Schlimm wäre, wenn es dabei bliebe, daß EINTRACHT auch unter Christenmenschen ein fernes Ideal bliebe. Eine Macht ist sie allerdings derzeit unter uns nicht. Mag sie es wieder werden – vielleicht im gemeinsamen Singen und im Bedenken dessen, was uns einmal verbunden hat:

Christus eint uns (!) und gibt am Heil seines Mahles uns allen teil, lehrt uns leben von Gott bejaht. Wahre Liebe schenkt Wort und Tat. EG 229, 2

Nicht mit leichtem Herzen schreibe ich das, aber bestärkt durch Ihre vielfache Resonanz bis hierher,

Ihr Pfarrer Markus Deckert


Wort von Cornelia Rabeneck

Liebe Gemeindeglieder,

nach reiflicher Überlegung und Abwägung habe ich am 31.07.2022 meinen Rücktritt als Mitglied des Kirchenvorstands der Ev.-luth. Kirchgemeinde Dresden Loschwitz erklärt.
Ich sah leider keine Möglichkeit mehr, mich wirksam in die Arbeit dieses Kirchenvorstands einzubringen. Trotz vieler Bemühungen war ein gemeinsam getragenes Miteinander und eine gedeihliche Arbeitsatmosphäre in der gegebenen Konstellation leider nicht möglich gewesen.

Auch schaffte ich es in den vergangenen Monaten zeitlich zunehmend weniger, mich neben meiner beruflichen Tätigkeit hinreichend in die überdurchschnittlich zeitintensive ehrenamtliche Arbeit dieses Kirchenvorstands einzubringen. Folgende Ämter legte ich mit meinem Rücktritt nieder:
– Mitglied im Personalausschuss,
– Mitglied im Finanzausschuss,
– Mitglied in der Arbeitsgruppe Medien,
– Mitglied in der Arbeitsgruppe Pfarrerevaluation,
– Ansprechpartnerin im Kirchenvorstand für Ukraine-Hilfe und
– Vertreterin des Kirchenvorstands im Verbundausschuss des Schwesterkirchverhältnisses.

Ich bedanke mich bei meinen Vorstandskolleg:innen für die Erfahrungen, die ich in dieser kirchlichen Gemeinschaft machen durfte. Insbesondere aber bedanke ich mich bei meinen Vorstandskolleg:innen Clara Gärtner (Austrittserklärung am 10.04.2022) und Heike Rutke (Austrittserklärung am 30.07.2022) für den stets konstruktiven, engagierten und konsensorientierten Austausch und die Unterstützung. Ihnen, liebe Gemeindeglieder, danke ich sehr für Ihr Vertrauen in mich und für die Offenheit mir gegenüber als damals „Neue“ in der Gemeinde. Diese Herzensoffenheit ist eine mir sehr wertvolle Erfahrung. Ich werde mich daher außerhalb des Kirchenvorstandes weiterhin mit meinen Gaben einbringen und engagieren; auch Kirchnerdienste werde ich weiterhin mit Freude übernehmen.

Herzlich grüsst Cornelia Rabeneck (Telefon: 0173 – 85 53 334)


Gemeinde und Kirchenvorstand – ein Dialog

Mit 18,5% Wahlbeteiligung ist der neue Kirchenvorstand gewählt worden. Ist das viel oder wenig? Viel im Vergleich zu den meisten Gemeinden der Landeskirche, wenig im Vergleich zu Wahlen im politischen Bereich. Vermutlich aber ein realistisches Abbild unserer Gemeinde. Auf jeden Fall eine Stärkung der Gewählten. Diese ist auch dringend nötig, wenn aktuell schwere Entscheidungen zum Umgang mit den Covid-Bestimmungen (z. B. Länge der Gottesdienste, Abendmahl) anstehen. Sehr unterschiedliche Meinungen müssen dabei toleriert und respektiert werden, dies ist für das Eine-Gemeinde-Bleiben von existenzieller Bedeutung.

Ist es mit der Wahl des Kirchenvorstands nun für 6 Jahre getan? Natürlich nicht. Der Kirchenvorstand braucht einen ständigen Dialog mit der Gemeinde. Regelmäßige Berichte des Vorstands in den Kirchennachrichten sind naturgemäß einseitig. Gemeindeversammlungen sollten wir wieder regelmäßiger durchführen. Viele Begegnungen in den Gruppen und Kreisen und irgendwann auch wieder im Kirchencafé sind ein wichtiger Bestandteil eines ständigen Austausches zwischen den Gemeindemitgliedern und dem Kirchenvorstand. Und wie es schon angeklungen ist: Bei knapp 1.600 Mitgliedern wird es kaum eine Entscheidung des Kirchenvorstands, kaum ein Vorgehen von Pfarrer und Mitarbeitern geben, zu der alle gleicher Meinung sind. Niemand kann einen vollständigen Überblick über die Konflikte und widerstrebenden Meinungen in der Gemeinde haben. Im Wesentlichen sollte das aber im Kirchenvorstand bekannt sein. Sonst können keine guten Entscheidungen getroffen werden. Kritik für sich zu behalten oder nur der Runde Vertrauter weiterzusagen, führt auf längere Sicht zu immer schwereren Konflikten, wie auch immer sich diese dann ihre Bahn suchen werden.
Hoffentlich im Namen des gesamten Kirchenvorstands erlaube ich mir daher die Bitte: Wenn es Kritik, wenn es Anregungen, wenn es Entscheidungsbedarf gibt, sprechen Sie mit dem Pfarrer oder mit den Vorstandsmitgliedern. 12 ganz verschiedene Personen stehen zur Auswahl. Wir sind auf Ihre Initiative und Ihre Rückmeldungen angewiesen, denn nur im Dialog mit der Gemeinde kann der Kirchenvorstand gute Arbeit leisten.

Rainer Staudt (Mitglied Kirchenvorstand)


Ergebnis der Wahlen des Kirchenvorstands vom 14.9.2020

Im Ergebnis der Wahlen für den nächsten Vorstand der Loschwitzer Kirch­gemeinde sind nach Auszählung der abgegebenen Stimmen (in alphabetischer Reihenfolge) gewählt:

Gert Bamler, 56 Jahre, Leiter Kläranlagenbetrieb
Ich bin dankbar, vor inzwischen fast 10 Jahren den Weg in die Kirchgemeinde Loschwitz gefunden zu haben. Die Erfahrungen seitdem ermutigen mich, nun selbst mehr für die Gemeinde zu tun als die bisherige Hilfe beim Verteilen der Kirchennachrichten. Was in den letzten Jahren und Jahrzehnten durch die Kirchgemeinde am Elbhang erreicht wurde, kann man kaum genug würdigen. Dies für die Zukunft zu sichern und mit Blick auf die Demografie nach weiteren Wegen für eine lebendige und zukunftsfähige Gemeinde zu suchen, sehe ich als wichtig an. Ich würde mich deshalb freuen, wenn ich im Kirchenvorstand einen Betrag auch dafür leisten könnte, dass Andere Glauben und Gemeinde wieder oder überhaupt erst neu entdecken.

Christoph Beyer, 45, Lehrer
Ich kandidiere für den Kirchenvorstand, weil das eine gute Aufgabe für und in der Gemeinde ist und es mir in den letzten 12 Jahren oft Freude gemacht hat.
Ich habe mich in den letzten Jahren weitestgehend erfolgreich um den Erhalt der Gebäude der Kirchgemeinde bemüht und würde das auch weiterhin tun.

Reinhard Decker, 68 Jahre, Rentner
Der gemeinsame erfolgreiche Kampf für den Erhalt unserer Kantorenstelle motiviert mich, erneut für den Kirchenvorstand zu kandidieren. Den besonderen Stellenwert der
Kirchenmusik für unsere Gemeinde gilt es zu bewahren und mit Ausstrahlung über die Region hinaus auszubauen. Dafür sind Kirchenmusikausschuss und Förderkreis wichtige Instrumentarien. In beiden Gremien sehe ich den Schwerpunkt meiner Arbeit. Darüber hinaus liegt mir das verständnisvolle Miteinander in unserer lebendigen Gemeinde am Herzen.

Jens Leinweber, 53 Jahre
Ich möchte für eine weitere Legislaturperiode kandidieren, da mir die ehrenamtliche Arbeit für die Gemeinde viel Freude macht. Seit November 2001 leben wir in Loschwitz. Wir haben hier viele Freunde und Menschen kennengelernt und wurden in der Gemeinde damals sehr gut aufgenommen. Mit der Arbeit im Kirchenvorstand möchte ich mithelfen die Gemeinde weiter zu stärken, wobei ich meinen Platz in den praktischen Dingen sehe.

Cornelia Rabeneck, 47 Jahre, Bereichsdezernentin
Medizin TU Dresden, Leiterin der Verwaltung der
Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus Dresden
Ich kandidiere für den Kirchenvorstand, weil dies eine Möglichkeit ist, mich aktiv in die Gemeindearbeit der Kirchgemeinde einzubringen. Ich würde mich freuen, wenn die Loschwitzer Kirche als Ort des Wortes und der Musik wahrgenommen wird. Ein Ort, der einlädt zum Innehalten, Atemholen, Krafttanken.

Rainer Staudt, 55, Dipl.-Kaufmann
Wenn ich gewählt werde, will ich den seelsorgenden und verkündigenden Mitarbeitern bei Organisations- und Verwaltungsaufgaben soweit wie möglich den Rücken für die Erfüllung ihrer Kernaufgabe freihalten. Weiter will ich einen Beitrag zur geistlichen Entwicklung für eine freund­liche
und einladende Gemeinde leisten. Damit wir eine starke Gemeinde im neuen Schwesterkirchverhältnis werden.

Paul-Gerhard Weber, seit 30 Jahren Kirchvorsteher
Nach dem Wiederaufbau der Loschwitzer Kirche habe ich meine ganze Kraft für die Stiftung KiGeLo eingesetzt.
Mit großer Freude singe ich in der Kantorei Loschwitz, arbeite im Kirchenmusik-Ausschuss des Kirchenvorstands und im Besuchsdienst der Kirchgemeinde mit. Durch das Konfirmanden-Kolloquium bin ich auch mit den Jugendlichen in der Kirchgemeinde verbunden.
Deshalb kandidiere ich für den neuen Kirchenvorstand.

Susanne Wiede, 65 Jahre
als Zurückkehrende nach 35 Jahren erlebe ich mich in Dresden und der von mir gewählten Kirchengemeinde willkommen und bin an den Menschen und deren Lebensgeschichten sehr interessiert. Insbesondere freue ich mich über die Verbundenheit der liturgischen Praxis in der Kirchenmusik.
Nach beruflichen Werdegang an einer Universität im Bereich der Psychotherapie und Psychosomatik, möchte ich mich mit den Fragen der Kirchengemeinde zum Zusammenschluss der einzelnen Gemeinden und Ökumene engagieren.

Ortrun Winkler, geb. 16.11.1964,
Diplomingenieur für Verfahrenstechnik
Seit 2008 arbeite ich im Kirchenvorstand und im Finanzausschuss unserer Gemeinde mit. Die Verwirklichung unserer Wünsche mit den uns gegebenen Möglichkeiten liegt mir am Herzen. Dafür und für ein lebendiges Gemeindeleben möchte ich mich auch in den kommenden Jahren im Rahmen des Kirchenvorstandes wieder einsetzen.

252 von 1.360 Wahlberechtigten haben von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Das sind 18,5 % – sachsenweit ein hoher Wert, auch eine gestiegene Wahlbeteiligung gegenüber früheren Wahlen in Loschwitz. Und dennoch steigerungsfähig! 2026 ist es wieder soweit ..
Zwei weitere wählbare Mitglieder der Loschwitzer Kirchgemeinde wurden berufen. Am 1. Advent, dem 29.11.2020 wurde der neue Vorstand im Gottesdienst in sein Amt eingeführt.

Markus Deckert, 53 Jahre
Pfarrer
Nach dem Theologiestudium in Leipzig, Erfurt, Marburg und Zürich wurde ich mit vielfältigen Erfahrungen kirchlicher Arbeit in und um Leipzig gesegnet. 2012 bin ich dann durch meine Berufung als Pfarrer für Loschwitz und Wachwitz nach Jahrzehnten wieder in meine Geburtsstadt Dresden zurückgekehrt.
Seelsorge in der Vielfalt menschlicher Begegnungen und die Verkündigung der guten Botschaft vom erbarmenden Gott, weitergesagt gerade auch für Suchende und Fragende, liegen mir am Herzen. Und ein wertschätzendes Miteinander in der Mitarbeiterschaft, im Vorstand und in der Gemeinde. Sie lockt die schönsten Früchte unter denen hervor, die sich fremd waren, durch ihre Taufe aber in den Raum geschwisterlicher Nähe gerufen werden.

In den Kirchenvorstand Berufene

Clara Sophia Gärtner, 16 Jahre
Ich wurde 2018 in Loschwitz konfirmiert und bin seitdem Mitglied der Jungen Gemeinde in Losch­witz. Dieses Jahr werde ich am 1. Advent als erste Jugendvertreterin in den Kirchenvorstand einberufen. Ich bin schon sehr gespannt, was mich alles erwarten wird und freue mich auf die Arbeit im Kirchenvorstand. Mit dem Wissen, den ständigen Rat und die tolle Unterstützung der JG zu haben, kann ich es kaum erwarten, die Interessen der Jugend in den Kirchenvorstand mit einfließen zu lassen und mit dem Vorstand tolles zu bewirken. Ich freue mich auf die kommende Zeit und auf all die Herausforderungen und Aufgaben, die sie mit sich bringen wird.

Heike Rutke, 62 Jahre
Dipl.-Soziologin, Coach und Mediatorin, selbstständig
Seit rund 20 Jahren lebe ich am Elbhang und bin froh, dass Loschwitz meine Kirchgemeinde ist. Das Wort hat für mich große Bedeutung und ich erlebe, dass das Wort in der Gemeinde hoch geachtet wird. Mit meinen Erfahrungen und meinem Wissen will ich zu einem guten Miteinander beitragen, das so wichtig für uns Menschen ist und so viel ermöglicht. Ich möchte auch Ansprechpartnerin sein, wenn die junge Gemeinde Bedarf hat. Ich habe während meines Aufwachsen selbst erlebt, dass Kirche für junge Menschen ein wichtiger Ort sein kann, den es sonst nirgends gibt.


Es liegt an uns

Wenn wir anstreben, unsere Gemeinde als lebendige und selbstständige Gemeinde vor Ort in Loschwitz um unsere Kirche herum zu erhalten und weiter zu entwickeln, dann sind vordergründig ein paar Dinge entscheidend: Die Zahl der Mitglieder steht ganz obenan. Ebenso wichtig ist der Wille vieler Mitglieder, neben der Zahlung von Kirchensteuern und dem Kirchgeld am Gemeindeleben teilzunehmen, also zum Gottesdienst zu kommen oder sich ehrenamtlich zu engagieren. Auch braucht es inzwischen eine erhebliche Bereitschaft, sich weitergehend finanziell zu beteiligen. Ein Viertel des Pfarrgehalts zahlt unsere Stiftung. Seit Anfang des Jahres zahlen wir 40% des Gehalts des Kantors aus eigenen Mitteln.

Da Kirchgemeinden als Körperschaften des Öffentlichen Rechts selbstständige Einheiten sind, muss ein Leitungsgremium gewählt werden, der Kirchenvorstand. Das Kirchenrecht sieht denn auch für den Fall, dass die Neubildung eines Kirchenvorstands nicht zustande kommt, als Eskalationsstufe die Verwaltung der Gemeinde durch das Regionalkirchenamt und zuletzt die Aufhebung der rechtlichen Selbstständigkeit, die Zusammenfassung mit einer Nachbargemeinde vor. Also bedeutet Gemeindeleben ein reiches geistliches Leben und die Erfüllung ein paar sehr diesseitiger Voraussetzungen, von denen uns auch das Bestehen unserer Gemeinde seit 1704 oder das wiedererrichtete Kirchgebäude nicht bewahren.

Was hat der Kirchenvorstand in den nächsten sechs Jahren absehbar vor sich?

  • Wir müssen alle Tätigkeitsfelder, vom Gottesdienst beginnend über die Arbeit mit den Kindern, der Seniorenarbeit, Kirchenmusik und manches mehr selbstkritisch hinterfragen, das Richtige bewahren, Anderes ändern. Dank der Beschäftigung mit Strukturfragen ist dieses Feld zuletzt eindeutig zu kurz gekommen.
  • Die Selbstverwaltung der Gemeinde: einen Haushalt aufstellen und umsetzen, Ge­bäude erhalten, den Friedhof verwalten, Personalentscheidungen treffen.
  • Neu: unsere Gemeinde als Teil des Schwesterkirchverhältnisses zu etablieren, zu vertreten und als einen positiven Bestandteil einzubringen. Und sie damit auch in dieser Hinsicht eigenständig zu erhalten.
  • Viel Unabsehbares.

Wir haben die Wahl. Es ist wie mit der Kirchenmusik: wenn wir sie erhalten wollen, dann müssen wir das Geld für die Aufstockung bereitstellen. Warten und hoffen, dass schon nicht alles so schlimm kommt: dann wäre unsere Kirchenmusik heute fast halbiert. Wenn wir eine selbständige Gemeinde bleiben wollen, müssen wir einen Kirchenvorstand stellen und möglichst eine Wahl durchführen, die ihren Namen auch zu Recht trägt.

Es liegt an uns.

Bitte prüfen Sie, ob eine selbstständige Gemeinde vor Ort dieses Engagement wert sein könnte. Sprechen Sie uns an.

Rainer Staudt, Vorsitzender des noch amtierenden Kirchenvorstands