Drei tolle Ferientage

In der zweiten Herbstferienwoche waren 20 Kinder unserer Kirchgemeinden zu drei spannenden Ferientagen miteinander unterwegs! Der Ausflug am ersten Tag führte uns zu Uwe Anders nach Bühlau. Dort haben wir Äpfel geerntet, zu Saft und Gelee verarbeitet sowie im Lehmofen einen leckeren Apfelkuchen gebacken. Dabei kamen wir miteinander ins Gespräch, was wir alles zum Leben brauchen und welche Geschenke uns Gott in unserem Alltag macht.

Am zweiten Ferientag besuchten wir das Bibelhaus in Blasewitz und staunten über die uralten und dennoch hochaktuellen Bücher mit ihren ganzen Geschichten. Dort gab es viel zu entdecken und zu erleben. Besonders eindrücklich war das ausprobieren der alten Buchdruckpresse und das Zusammenstellen eines eigenen, kleinen Büchleins.

Für den dritten und letzten Tag war ein Ausflug in die Sächsische Schweiz geplant, der aber wegen der Sturmschäden und gesperrter Waldwege nicht wie geplant stattfinden konnte. Stattdessen erkundeten wir mit einer Wanderrunde die Dresdner Heide und beendeten die Ferientage mit einem Film im Jugendraum der Kirchgemeinde Bühlau.

Wir freuen uns auf die Herbstferientage im kommenden Jahr vom 26. – 28. Oktober 2022!

Es grüßen die Gemeindepädagogen Ralph Moses und Lucas Kämpf


Erstkommunion – was ist das?
Ist das katholisch?

Nach dem Gottesdienst zur Erstkommunion am 26. September 2021 in der Loschwitzer Kirche: Pfarrer Deckert mit Thea, Camilla, Salome, Hannah, Estella und Lisa

In unserer Loschwitzer Kirchgemeinde wird seit vielen Jahren Erstkommunion begangen. Mancher hört davon das erste Mal, wenn das eigene Kind die Konfirmandenzeit besucht. Wer kein Kind in diesem Alter hat, erlebt sie eher nicht mit. Das war in diesem Jahr etwas anders ..

In der Regel werden am Abend des Gründonnerstag die Familien der Jugendlichen, die die Konfirmandenzeit besuchen, zu einem kurzen Abendgottesdienst eingeladen. Am Gedenktag der „Einsetzung des Abendmahles“, also an dem Tag der Karwoche, an dem das letzte gemeinsame Mahl Jesu mit seinen Jüngern zur Stiftung dessen führte, was in der Kirche weltweit seither als Abendmahl gefeiert wird, an diesem Tag begleiten wir Jugendliche zur ersten Teilnahme. Sie werden im Unterricht zuvor eingestimmt und vorbereitet auf das, was sie da erleben.

Bisher waren sie in den Abendmahlskreis mit eingeladen, aber wurden als Kinder allein gesegnet. Den Empfang des Brotes – der Hostie – und den Kelch in der Hand beobachteten sie bis dahin bei ihren Eltern und vielleicht bei ihren älteren – bereits konfirmierten – Geschwistern.

Mit dem Tag der Erstkommunion sind die Jugendlichen, zumeist 13 Jahre jung, nun selbst Empfangende. Sie entscheiden dabei, ob für sie Traubensaft oder Wein im Kelch ist. Sie lernen etwas kennen, was nicht allein in Worten zu fassen ist. Und haben dann bis zu ihrer Konfirmation und immer wieder Gelegenheit, diese handgreifliche Glaubenspraxis für sich als bestärkend zu entdecken.

In früheren Zeiten wurde diese erste Teilnahme zumeist mit der Konfirmation verbunden oder ihr terminlich sehr nahe gerückt. Sie ins erste Konfirmandenjahr zu legen, nimmt die Situation ernst, dass sich viele der uns anvertrauten Kinder (leider) nicht schon in Kinderkirche, Christenlehre und Kurrende, sondern erst ab dem 7. Schuljahr als jeweils großer Jahrgang in der Gemeinde finden. Zugleich gibt dieser Höhepunkt mitten auf dem Weg durch die Konfirmandenzeit Raum, dem Abendmahl bewusster zu begegnen und es einzuüben – lange schon vor dem Tag der Konfirmation.

Pandemiebedingt war das nun 2021 schwierig: Die Gemeinde feiert das Abendmahl seltener und oft allein mit dem Empfang der Hostie. Der große Jahrgang von 25 Mädchen und Jungs hatte dazu am Gründonnerstag mit seinen Gästen garnicht genügend Raum. In drei Gottesdiensten, der letzte eben im September, wurden die Jugendlichen nun an den „Tisch des Herrn“ geleitet. Mag ihnen dies unvergesslich und lebenslang bedeutungsvoll sein.

Und – ist es nun katholisch? Wenn die ,Katholizität das Gemeinsame meint, was Christinnen und Christen weltweit verbindet, dann ist die Feier der Erstkommunion auch gut katholisch zu nennen. Zugleich ist die Austeilung von Brot UND Wein, den Gaben in beiderlei Gestalt, eine der urprotestantischen Forderungen gewesen.

In, mit und unter Brot und Wein ist Jesus Christus gegenwärtig. So versuchte Martin Luther seinen Zeitgenossen das Geheimnis des Glaubens zu vermitteln. Ein Geheimnis des Glaubens bleibt es auch uns heute. Immer wieder zu feiern. Immer neu sich zu erschließen, wie wir vor Gott Empfangende sind und bleiben.

Pfarrer Markus Deckert