Liebe Loschwitzer und Wachwitzer,
liebe Gemeinde im Advent,

im Licht der Novembersonne fliegen meine Gedanken voraus – es wird Advent, wenn Sie den GEMEINDEBRIEF in Händen halten. Sie werden Ihre Räume dann schmücken, werden backen und basteln, werden Ihr Instrument wieder öfter zur Hand nehmen, werden singen und handgeschriebene Briefe versenden. Oder etwa nicht?

Wenn es schon keinen gemeindeoffiziellen „Lebendigen Advent“ geben kann, wenn es auch nach einem zweiten Weihnachten unter bedrängend coronesischen Verhältnissen aussieht, so liegt es doch bei uns, uns nicht zu verschließen! Bis an die Grenze des uns Möglichen lasst uns gehen, wenn GOTT uns entgegenkommt. Und wir einander Gutes tun können!

Weihnachtsfreude als Antwort auf Frust jeder Art? Ja! Freude – auch gegen den Augenschein, sie soll uns in dieser Zeit bewegen! Wars denn bei den Hirten damals anders .. ? Ich hoffe sehr, mit Ihnen trotz aller Ängste und Sorgen in adventlichem Warten und in der Vorfreude verbunden zu sein. Wie auch immer wir uns z. B. auch als Gemeinde finden können .. Mit dem heutigen Stand der Dinge sehe ich viele Formate entfallen – ob Weihnachtsmärkte locken dürfen, wird Mitte November gerade heiß diskutiert. Gewiss aber bin ich: Unsere Kirche wird Ihnen im Advent und in den Festtagen offen stehen! Wie brauchen wir diesen Ort und das Wort, das in ihm gilt! In allem Schweren, was den Takt zu bestimmen scheint, wollen wir Menschen doch noch etwas Anderes hören. Sehnen uns danach, Hoffnung zu schöpfen und froh zu feiern!

Weihnachtsfreude als Antwort auf Frust jeder Art? Ja! Freude – auch gegen den Augenschein, sie soll uns in dieser Zeit bewegen! Wars denn bei den Hirten damals anders .. ? Ich hoffe sehr, mit Ihnen trotz aller Ängste und Sorgen in adventlichem Warten und in der Vorfreude verbunden zu sein. Wie auch immer wir uns z. B. auch als Gemeinde finden können .. Mit dem heutigen Stand der Dinge sehe ich viele Formate entfallen – ob Weihnachtsmärkte locken dürfen, wird Mitte November gerade heiß diskutiert. Gewiss aber bin ich: Unsere Kirche wird Ihnen im Advent und in den Festtagen offen stehen! Wie brauchen wir diesen Ort und das Wort, das in ihm gilt! In allem Schweren, was den Takt zu bestimmen scheint, wollen wir Menschen doch noch etwas Anderes hören. Sehnen uns danach, Hoffnung zu schöpfen und froh zu feiern!

Was aber heißt es, Weihnachten zu feiern – was heißt es für Sie?

Ich meine, selbst dann wird es Weihnachten, wenn wir die Festtage kaum mehr als äußerlich reiche Tage wiedererkennen würden. Stille braucht es und das Wort, das unser Herz erreicht, nicht mehr. Darauf konzentriert, werden wir unter all den leuchtenden Sternen das wahre Licht erkennen – so, dass der Herzschlag des Glaubens wieder in Bewegung kommt. So, dass ein Lied zu singen zum Bedürfnis wird. Es ist ein Ros entsprungen .. !

Die Weihnachtsbotschaft und das Krippenspiel – ja, das wünschen wir uns. Ob es digital oder ´in Präsenz präsentiert werden wird, steht noch dahin. Einen reichen Gabentisch wünschen wir uns dazu, die Lieben versammelt bei einem guten Essen. Glanzvolle Musik und friedliche Gesichter. Und warum das alles? Weil – Gott kommt. Heruntersteigt aus den Himmeln, in die wir Gott alltags rücken lassen. Bei uns einkehren, ankommen, bei uns wohnen will Gott. Lauter solche Verben, die Nähe zusagen, verbinden wir mit dem Fest, und haben Grund zum Feiern. – Die Frage, die bleibt: Sind wir auf solch göttliche Nähe gefasst?

Gut, dass es die Zeit des Advent gibt, diese Wochen der Erwartung und des inneren Sich-Einstellens! Wochen für Stille und für das Wort – wenn wir es nur wollen. Schon seit Wochen ist am Wiener Stephansdom eine Lichtinstallation zu sehen. Sie scheint mir Gottes Weihnachtsweg wunderbar zu beschreiben.

Im Oktober schon hat sie mich beeindruckt: Das Kunstwerk, eine in Neongold leuchtende Installation der Wiener Künstlerin Billi Thanner, erweckt die Illusion, das Gewölbe des Doms zu durchstoßen – ein Blitz fährt da herunter. Oder fährt er hinauf? Er setzt sich außen bis zur Spitze des 134  m hohen Südturmes fort. Am Abend, wenn die „Himmelsleiter“ leuchtet, recken Passanten ihre Hälse nach oben – sie können dabei ihren Hoffnungen, Wünschen und Sehnsüchten freien Lauf lassen, wie die Künstlerin vorschlug. Sie können sich auch an die „Himmelsleiter“ erinnern, von der im Buch Genesis der Bibel die Rede ist: Während seiner Flucht vor seinem Zwillingsbruder Esau erblickt Jakob in einer Traumvision eine Leiter, auf der die Engel Gottes auf- und niedersteigen. Im Johannesevangelium wird dieses Bild der „Jakobsleiter“ typologisch auf den auferstandenen, in den Himmel aufgefahrenen Christus übertragen – ja, und richtig, zuerst war die Kunstinstallation auch für das Osterfest ´21 konzipiert worden.

Dass sie noch weiter leuchtet und nun hier auf dem Loschwitzer Titelbild zu sehen ist .. , der Grund dafür ist nicht schwer zu entschlüsseln:

Auch die Weihnachtsgeschichte erzählt nicht nur Irdisches von Herbergssuche und Volkszählung. Da ist vom Stern die Rede, dem die Weisen folgen, da treten Engel als Lichtgestalten auf: Von Gabriel, der Maria mit ihrer Schwangerschaft konfrontiert bis zur Menge der himmlischen Heerscharen, die über dem Hirtenfeld Gott loben und preisen – mit dem bis in die gottesdienstliche Liturgie unserer Tage sich fortsetzenden und weiterklingenden Ruf „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden!“. Himmel und Erde kommen wie Ochs und Esel in der Heiligen Nacht zusammen. Herzenswünsche erfüllen sich. In alles Dunkel hinein blitzt GOTT auf. Gott als Licht der Welt, als Licht für jede(n) von uns.

Das ewig Licht geht da herein / gibt der Welt ein neuen Schein / es leucht wohl mitten in der Nacht / und uns zu Lichtes` Kindern macht. Kyrieleis

Gottes Kommen sorgt für Klarheit. Gottes Licht leuchtet hinein in unsere menschlich – allzu menschlichen Verhältnisse und bringt selbst die zum Glänzen. Eine er­wartungsvolle Adventszeit und eine Ahnung von Seligkeit in den Weihnachts­tagen wünsche ich uns allen!

Ihr Pfarrer Markus Deckert