Liebe Gemeindemitglieder,

eben habe ich einem staunenden Besucher aus Idar-Oberstein die Kirche geöffnet. Was für ein Fragen, was für ein Interesse. Und vieles ist ein Photo wert! Menschen von fern suchen .. – ja, was suchen sie? Sie wollen Kostbares ent­decken, Denkwürdiges festhalten – wie wir, die wir dazu meinen, von hier aufbrechen zu müssen.

Geh aus, mein Herz, und suche Freud ..

Das tun wir, hoffentlich nicht nur in Urlaubstagen! Und mancher hat das schöne Sommerlied (EG 503) dabei auf den Lippen.

Geh aus .. Oder sollten wir angesichts dieses Ausblickes von der Babisnauer Pappel auf der Höhe von der anderen Seite des Elbtales aus singen: Flieg aus .. oder Schweb aus, mein Herz, und suche Freud .. ?

Und jetzt muss ich vorsichtig weiterformulieren: Da ist ja auch der Fernsehturm zu sehen! Nicht jeder Oberwachwitzer Anwohner teilt die Begeisterung, das ‚Schöne‘ unbedingt von oben, aus einer Aussichtsplattform in 148 Metern Höhe sehen zu müssen. Fragen, die sich mit der Wieder-Inbetriebnahme stellen, werden noch weit über die Erscheinungszeit dieses GEMEINDEBRIEFES Thema sein. Und so ist es mit der gewünschten Freude ohnehin so eine Sache – dem einen tritt sie unvermittelt vor Augen. Der Andere läuft ihr nach und sie scheint sich permanent zu entwinden.

Geh aus, mein Herz .. In diesem Jahr wurde das Lied später als sonst angestimmt – mit Mundschutz singt es sich erfahrungsgemäß weniger lustvoll. Und mancher Anlass, zu singen, entfiel ganz: Die ‚Fahrt ins Blaue‘ etwa für die ehrenamtlichen Mitstreiter, auch die Gemeinde-Fahrradtour.

Und doch: Auch in diesem Sommer lässt sich Freude finden! Es ist schön, zu sehen, dass die Bäume in diesem Sommer wirklich voller Laub stehen. Dass es etwas mehr als in den kargen Vorjahren regnet. Nicht alles ist Krise! Nein, Gottes Schöpfung ist voller Schönheit. Nur bedarf es manchmal eines genaueren Blickes, um das zu erkennen. Mag uns allen die Ferienzeit einen Mindestabstand zu den Sorgen und Problemen des Alltags schenken, damit wir wieder Freude gewinnen! Religion ist Unterbrechung des Alltags – so hat es der Theologe Johann Baptist Metz formuliert, der am 2. Dezember 2019 im 92. Lebensjahr verstarb. Eine bemerkenswerte Beschreibung des Religiösen hat er damit hinterlassen. Es lohnt, ihr in diesem Sommer nachzusinnen!

Auch Paul Gerhardt lädt mit seiner vielstrophigen Dichtung dazu sein, den Blick zu weiten und die eigene Existenz inmitten von Gottes Schöpfung neu sehen zu lernen. . Dieser nur scheinbar naive Blick ist ein Stück ‚Lebenskunst‘.

Man sieht nur mit dem Herzen gut .. hat noch einer vielsagend zu formulieren gewusst!

Und so grüße ich Sie alle herzlich – diesmal mit einem riesengroßen Herzen gleich auf dem Titelbild. Gottes Herz halte uns, halte uns auch beieinander und beflügele Sie und Euch in diesen Zeiten!

Ihr / Euer Pfarrer Markus Deckert


In coronesischen Zeiten

Ausflügler im Schillergarten im Mai 2020

Es ist sehr zu hoffen – aber eben zu hoffen ! – dass es im Spätsommer wieder möglich ist, alle bisher ge­wohnten Angebote der Gemeinde fortzusetzen. Dass sich die Kinder-, Konfirmanden- und Jugendgruppen treffen, dass die Kurrende und die Kantorei im Gottesdienst singen und dafür proben, das der Elbhang-Posaunenchor und das Flötenensemble zum Musizieren zusammenkommen, Interessierte zur Bibelstunde oder einem anderen Format der Gemeinde eilen .. Dass wir bald wieder unsere Gottesdienste als Sakramentsgottesdienste feiern.

Die Polarisierungen, die sich allüberall auftun, wenn es um ein angemessenes und solidarisches Miteinander angesichts des Virus in der Welt geht, sind nicht zu überhören. Was der eine als grenzwertig restriktiv erlebt, ist für die andere eine zwingend notwendige Weise des Neben- und Miteinanders. Was gilt derzeit? Die landeskirchlichen Bestimmungen erlauben die Verringerung des gebotenen Mindest-abstandes von 1,5 Metern dort, „wo eine verpflichtende datenschutzkonforme Kontaktnachverfolgung durchgeführt und geeignete Hygieneregeln eingehalten werden.“ Dies bedeutet, dass am Führen von Anwesenheitslisten festgehalten werden muss und auch das Tragen von Mund-Nasen-Masken weiterhin empfohlen wird und beim Singen verbindlich bleibt.

Wir können dankbar sein für die Wirkung der Maßnahmen, die die Infektionszahlen derzeit (Ende Juli 2020) in Dresden gegen 0 tendieren lassen. Schön ist, dass manches, was bereits verschoben war, nun doch stattfinden kann. Dass es für entfallene Feste und Feiern bereits Termine im nächsten Jahr gibt. Dass eine gewisse Routine eintritt, mit den Bestimmungen des Hygieneschutzes sorgsam, aber eben auch nicht penetrant umzugehen.

Von Woche zu Woche wird genau zu beobachten sein, was möglich und was nötig ist!

Weiteres siehe auch unter AKTUELL